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Projekt „Arbeit und“ (mit Prof. Dr. Rainer Zech – ArtSet Forschung Bildung Beratung GmbH)

 

Macht Arbeit das Leben süß oder verdirbt sie den ganzen Tag? Kommt es darauf an, sich in der Arbeit zu verwirklichen oder sich von ihr zu befreien? Ist Arbeit „erstes Lebensbedürfnis“ (Karl Marx) oder „alles, was keinen Spaß macht“ (Bertolt Brecht)? Die Arbeit hat das moderne Leben kolonialisiert. Sie hat sich mit allen unseren Tätigkeiten verbunden und diese zum „Broterwerb“ degradiert; alles ist Arbeit geworden – Arbeit „sans phrase“: politische Arbeit, Erziehungsarbeit, künstlerische Arbeit, Beziehungsarbeit, Trauerarbeit. Mit der Arbeit verknüpft die Moderne ein Selbstverwirklichungsversprechen, das sich vor der Realität der Arbeiten blamiert, die kaputt machen und zwar Produzenten wie Konsumenten. Das Projekt „Arbeit und…“ besichtigt und beschreibt den sachlichen, sozialen und zeitlichen Sinnhorizont des Arbeitens als Synthese der drei Komponenten Bedarf, Leistung und Gebrauch.

 

 

Arbeit und Freiheit. Eine Paradoxie der Moderne

Hans-Jürgen Arlt

 

Unsere moderne Gesellschaft, die Freiheit als ihren höchsten Wert feiert und verteidigt, stellt mit der Arbeit eine Lebenspraxis in ihr Zentrum, deren Wesenszüge Unfreiwilligkeit und Fremdbestimmung sind. Dieses Paradox nimmt der Essay zum Anlass zu reflektieren, wie  die Moderne in die Arbeitsgesellschaft hineingeriet und wie sie herauskommen kann. Alternative Praktiken müssen nicht erst erfunden werden, sie werden gelebt.

 

Was dieses Essential umfasst:                                      

  • das Offenlegen der Grundstrukturen der Arbeitsgesellschaft
  • den Nachweis der Bruderschaft von Kapitalismus und realem Sozialismus
  • begründete Zweifel am strategischen Konzept „Gute Arbeit“
  • eine Kritik kapitalistischer und individualistischer Arbeitsformen
  • ein Szenario, das die Kollektivität der Arbeit mit Freiheitsrechten ihrer Akteure versöhnt

 

 

Arbeit und Muße

Hans-Jürgen Arlt und Rainer Zech

 

"Arbeit und Muße" verfolgt die Ideengeschichte der Arbeit und rekonstruiert dabei, dass der Arbeit bis zur Moderne eine eher untergeordnete Bedeutung zukam als Bedarfssicherung. Ihre andere Seite war nicht Freizeit, sondern die Arbeit war not-wendig, um in der Muße die eigentliche Vermenschlichung zu erreichen.

Die moderne Gesellschaft verwandelt fast jede Tätigkeit in Arbeit und bildet sich ein, das sei gut so. Wer die individuelle Arbeitsleistung als einzige Geldquelle hat, muss entweder arbeiten, weil seine Zahlungsfähigkeit gefährdet ist, oder er will weiter arbeiten, weil er sich mehr leisten möchte. Tätigkeiten, die nicht als Erwerbsarbeit ausgeübt werden, und erst recht die Muße erscheinen unter diesen Bedingungen entweder als unverantwortlich, weil die Sorge um die Zahlungsfähigkeit vernachlässigt wird, oder als Luxus, weil die Möglichkeiten sich finanziell zu verbessern, nicht genutzt werden. Ver-Rücktheiten der Arbeitsgesellschaft zu analysieren und ein Jenseits des Kapitalismus zu skizzieren, hat sich das Buch vorgenommen.

Es wird ein Blick in die Zukunft riskiert, in der die Arbeit ihre Macht über den Alltag verlieren und die Muße an Bedeutung gewinnen könnte.
Literatur: Hans-Jürgen Arlt, Rainer Zech (2015): Arbeit und Muße. Ein Plädoyer für den Abschied vom Arbeitskult. Wiesbaden: Springer

 

 

Qualitätsmanagement und gute Arbeit

Rainer Zech

 

Rainer Zech umreißt ein Verständnis von guter Arbeit in einer gerechten Gesellschaft und zeigt, wie das so genannte Qualitätsmanagement nicht die Qualität von Arbeitsprozess und Arbeitsprodukt managt, sondern die Arbeit und die Arbeitenden dem Kapitalverwertungsprozess unterwirft. Das traditionelle Qualitätsmanagement wird als verdeckt herrschaftliches Disziplinarsystem entschlüsselt. Skizziert wird, wie Qualitätsentwicklung guter Arbeit dennoch gelingen könnte.
Literatur: Rainer Zech (2015): Qualitätsmanagement und gute Arbeit. Grundlagen einer gelingenden Qualitätsentwicklung für Einsteiger und Skeptiker. Wiesbaden: Springer

 

 

 

 

Kommunikation als Arbeit
Teil 4 des Projektes stellt sich die Frage, was geschieht, wenn die grundlegende soziale Beziehung, die Kommunikation, so weitgehend in die Form der Arbeit gezwungen wird. Beobachtet und analysiert wird auf den vier Ebenen der Interaktion (Kommunikation unter Anwesenden), der Organisation, der sozialen Bewegung und der Gesamtgesellschaft, also der öffentlichen Kommunikation. Wie sehr die öffentliche Kommunikation strategisch wird, wenn sie als Kommunikationsarbeit stattfindet, zeigt sich an der Expansion von Werbung, Öffentlichkeitsarbeit und Unterhaltung.

 

Arbeit und Spiel
Teil 5 des Projektes beobachtet den kulturellen Wandel vom Stückwerk zur Beziehung, vom Räderwerk zur Vernetzung; einen Wandel, der sich – von der Erkenntnistheorie bis zu den Praktiken des Alltags – ausdrückt in der Abkehr von operativen Mustern des Trivialen und der Hinwendung zum verspielten Denken des Komplexen. Wie die Arbeit für die industrielle, so kann das Spiel für die digitale Moderne als kulturelles Zentrum gelten.